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Exponate zum DDR-Sport beim Landesbeauftragten. Foto: B.Bley/LAMV


Ehrung für „sportwidriges Verhalten“?

Plaketten für Katrin Krabbe und Grit Breuer-Springstein auf dem „Walk of Sport“ in Neubrandenburg in Diskussion.


Die Stadtvertreter in Neubrandenburg entscheiden in den nächsten Wochen über die Annahme einer Sachzuwendung, mit der die ehemaligen Sportlerinnen Katrin Krabbe und Grit Breuer-Springstein durch Bronzeplaketten auf dem „Walk of Sport“ in der Stargarder Straße geehrt werden sollen.


Burkhard Bley, Landesbeauftragter für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, empfiehlt den Stadtvertretern, die geplante Ehrung insbesondere hinsichtlich ihrer öffentlichen Wirkung kritisch zu überdenken:


„Die Ehrung von Sportlerinnen und Sportlern kann nicht allein mit ihren Erfolgen begründet werden. Verbunden damit ist eine Vorbildfunktion, die bezogen auf das Wirken als öffentliche Personen in der Gesellschaft in ihrer Zeit zu prüfen ist. Hinterfragt werden müssen sportliche Erfolge auch hinsichtlich ihrer Voraussetzungen. Der ‚Walk of Sport‘ ignoriert, dass im streng überwachten, konspirativen Zwangssystem des DDR-Leistungssports junge Menschen rücksichtlos für die Zwecke des SED-Staats instrumentalisiert wurden und heute unter den seelischen und körperlichen Folgen leiden.


Die sportlichen Erfolge von Katrin Krabbe und Grit Breuer-Springstein sind unbestritten, Voraussetzungen und Vorbildfunktion sind es nicht. Letzteres betrifft insbesondere das ‚sportwidrige Verhalten‘, welches das Oberlandesgericht München Katrin Krabbe in seinem Urteil vom 28. März 1996 attestierte.“

 

 

Die Pressemitteilung zum Download finden Sie hier.

 

Einen Bericht des Nordkuriers finden Sie hier.

 

Einen Bericht des NDR vom 11.12.2025 über die aktuellen Diskussionen zum Thema finden Sie hier



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Demokratie auf Achse - Auf Tour durch Mecklenburg-Vorpommern