

Die Landesbeauftragte unterstützt und begleitet Projekte und Forschungsvorhaben, die sich mit zeitgeschichtlichen Themen in Mecklenburg-Vorpommern befassen.
Daneben führt sie selbst Forschungsarbeiten durch, die sie auch veröffentlicht.
Die um die Jahrhundertwende erbaute Haftanstalt in Neustrelitz diente dem MfS bis 1987 als Untersuchungshaftanstalt für den Bezirk Neubrandenburg. Die Geschichte dieses Hauses, insbesondere die Nutzung durch den Staatssicherheitsdienst der ehemaligen DDR in den Jahren 1953 bis 1987 wird mit diesem Forschungsprojekt untersucht.
Die Ergebnisse der Recherchen fließen in die weitere Gestaltung dieses Gebäudeteiles als Gedenkort ein.
Mit diesem Projekt soll untersucht werden, welchen Einfluss die Staatssicherheit auf Funktion und Aufgaben der Sekretariate für Kirchenfragen und der Beauftragten für Kirchenfragen bei den Räten der Kreise in den Nordbezirken hinsichtlich der Beeinflussung der kirchlichen Jugendarbeit in den Jahren 1970 bis 1989 genommen hat.
Die Forschungsergebnisse sollen in einer Publikation veröffentlicht werden.
Ein besonderer Fokus wird auf die Bedingungen in den Spezialkinderheimen liegen. Die Ergebnisse der Forschung werden für eine Arbeit verwendet, die sich mit einer Analyse von Theorienbildung und Erziehungswirklichkeiten in DDR-Spezialkinderheim beschäftigt.
Eine Veröffentlichung der Forschungsergebnisse ist geplant.
Mit diesem Projekt soll untersucht werden, welchen Einfluss die Staatssicherheit an der innerdeutschen Grenze zwischen Ostsee und Elbe genommen hat. Der Fokus liegt hierbei auf Naturräumen ebenso wie Fluchtgeschichten, außerdem soll auch das Alltagsleben an der Grenze beschrieben werden.
Eine Publikation zu den Forschungsergebnissen ist geplant.
Mit diesem Projekt soll untersucht werden, welchen Einfluss die Staatssicherheit auf die Neustrelitzer Laienkulturszene genommen hat, insbesondere am Beispiel des Volkskunstensembles Strelitzen und der Kleinen Galerie des VEB BDS Neubrandenburg, Sitz Neustrelitz. Zu klären wäre in diesem Zusammenhang auch die Rolle des Kreis- sowie des Bezirkskabinetts für Kulturarbeit.
Die Ergebnisse der Forschung sollen in einem Aufsatz vorgestellt werden.
Mit diesem Projekt soll untersucht werden, welchen Einfluss die Staatssicherheit auf die Vorbereitung der Universität Greifswald zum 100. Geburtstag des ehemaligen Rektors Ernst Lohmeyer im September 1990 genommen hat. Der Theologe Ernst Lohmeyer war 1945 als Rektor eingesetzt, aber bereits im Februar 1946 von der sowjetischen Geheimpolizei verhaftet, im August 1946 von einem Sowjetischen Militärtribunal wegen angeblicher Kriegsverbrechen verurteilt und im September 1946 erschossen worden. Ernst Lohmeyer wurde 1996 durch die russische Hauptmilitärstaatsanwaltschaft rehabilitiert.
Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens werden in einem Aufsatz publiziert.
In den Jahren 1954 bis 1973 waren drei Studentenpfarrer in Greifswald aktiv. Erforscht wird mit diesem Projekt die Geschichte der ESG in diesen Jahren, ausgehend von der allgemeinen politischen Situation und den Herausforderungen, denen sich insbesondere christlich geprägte Studierende damals ausgesetzt sahen. Besonders untersucht wird die Einflussnahme des MfS auf die ESG in Greifswald.
Die Forschungsergebnisse sollen in geeigneter Weise publiziert werden.
Mit diesem Projekt soll untersucht werden, welchen Einfluss die Staatssicherheit auf die Schweriner Jazz-Rock-Band „Eukalyptus“ und ihre Vorläufer „Fusion“ und „Veto“ genommen hat. Die Band hat in der Kulturszene der Stadt Schwerin in den 1970er und 1980er Jahren eine große Rolle gespielt, unter anderem auch durch die Einbindung in Aufführungen des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin. Durch die musikalische Ausrichtung der Band wie etwas Frank Zappa und eigene deutsche Texte ist die Band vermutlich in das Visier des MfS geraten.
Die Forschungsergebnisse sollen in einem Aufsatz veröffentlicht werden.
Seit 1952 existiert die Strafvollzugseinrichtung in Berndshof, ab 1955 befand sich hier der erste Militärstrafvollzug der DDR. Mit diesem Forschungsvorhaben soll die Entwicklung des Militärstrafvollzugs in der DDR untersucht werden, welche administrativen und erziehungspolitischen Überlegungen der zuständigen staatlichen Organe hierbei von Bedeutung gewesen sind. Welche Unterschiede bestanden zwischen Militär- und Zivilpersonen bei der Haftverbüßung und welches Menschenbild bestand insbesondere bei dem Vollzugspersonal. In diesem Projekt erforscht werden sollen auch die Aktivitäten der Staatssicherheit in Berndshof.
Im Anschluss soll eine Forschungsarbeit veröffentlicht werden, die neue grundlegende Erkenntnisse über die Entwicklung des Strafvollzugs in Mecklenburg-Vorpommern bietet und gleichzeitig die diesbezüglichen Bezüge und Verknüpfungen zur Staatssicherheit offen legt.
Im Rahmen eines Projektes mit Jugendlichen wurde die Geschichte der Stadt Wittenburg untersucht. Geschichte soll durch die Verknüpfung mit konkreten Orten erlebbar gemacht werden. Erforscht wurde in diesem Zusammenhang auch die Arbeit der Staatssicherheit in Wittenburg und konkrete Einzelschicksale von Bewohnern des Ortes.
Mit den Rechercheergebnissen wurde ein Projekttag durch die Jugendlichen gestaltet.
Zwei Studien entstanden bereits zum Bau des Fährhafens Mukran und zur Überwachung des Fährverkehrs auf der Ostsee durch die Staatssicherheit. (Siehe Publikationen) Nun wird mit einem dritten Forschungsvorhaben die Einflussnahme des Staatssicherheitsdienstes auf die Arbeitsabläufe und die Überwachung der Mitarbeiter des Überseehafen Rostocks untersucht.
Auch diese Recherchen werden in einer Publikation veröffentlicht.
Bei diesem Projekt werden exemplarisch Ursprünge, Verlauf, Akteure und Ergebnisse der Friedlichen Revolution in den drei Nordbezirken untersucht. Besonders interessierten in diesem Zusammenhang die Unterlagen der Staatssicherheit zur Ausreisewelle 1988/89 und zu den Aktionen um den 7. Oktober 1989 in den Nordbezirken.
Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens wurden in einer Ausstellung präsentiert:
Aufbruch im Norden. Die Friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern 1989/90.
Im Rahmen dieses Projektes wurde die lokale Entwicklung oppositionellen und unangepassten Verhaltens in Wismar in den 1980er Jahren erforscht. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das Fallbeispiel des Ökokreises in der Propstei Wismar-Stadt und Land. 1988 wurde das Ökumenische Zentrum für Umweltarbeit gegründet. Es war an der Kirchgemeinde St. Marien/St. Georgen angesiedelt. Das Verhältnis zwischen der Basisgruppe und der ev. luth. Kirchgemeinde war inneren Spannungen und äußeren Einflüssen ausgesetzt. Untersucht wurde, wie und mit welchen Mitteln die Staatssicherheit versuchte, auf die Tätigkeit der Basisgruppe und einzelne Mitglieder Einfluss zu nehmen.
Die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes wurden veröffentlicht:
Andreas Wagner, Das Ökumenische Zentrum für Umweltarbeit Wismar. Eine kirchliche Basisgruppe in der DDR-Endphase, in: Kerstin Engelhardt/ Norbert Reichling (Hrsg.), Eigensinn in der DDR-Provinz. Vier Lokalstudien über Nonkonformität und Opposition, Schwalbach/ Ts.: Wochenschau Verlag, 2011, S. 69-138.
Ziel des Projektes ist die Auseinandersetzung mit einem konkreten Ereignis der regionalen DDR-Geschichte. An diesem konkreten Beispiel können die Jugendlichen die Strukturen und Mechanismen der staatlichen Ideologisierung, Entdemokratisierung und Entrechtlichung in der DDR verstehen lernen.
Im Rahmen dieses Jugendprojektes entstand ein Dokumentarfilm.
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Anne Drescher
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