Presse

Grab von Michael Gartenschläger auf dem Schweriner Friedhof. Foto: T.Balzer


// 13. August 2013 // 16:20 Uhr

Mut zu Unangepasstheit und Widerstandssinn

Gedenken an den Mauerbau am 13. August 1961

Pressemitteilung

Gesellschaft für Regional- und Zeitgeschichte e.V. (GRZ)

Schwerin, 13. August 2013

 

„Mut zu Unangepasstheit und Widerstandssinn“

Gedenken an den Mauerbau am 13. August 1961

52 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer haben die Gesellschaft für Regional- und Zeitgeschichte e.V. (GRZ e.V.) zusammen mit der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen den Opfern der innerdeutschen Grenze gedacht.

 Am Grab von Michael Gartenschläger in Schwerin ehrten sie die Menschen, die an der Grenze ihr Leben verloren oder bei Grenzübertritten verletzt wurden. Gleichzeitig erinnerten GRZ e.V. und Landesbeauftragte auch an die durch die Grenze getrennten Familien und Freunde und an die beruflichen und privaten Brüche, die die Schließung des „Eisernen Vorhangs“ für Viele verursachte.

Einer, der sich nicht dem brutalen Grenzregime der DDR abfinden konnte, war Michael Gartenschläger. Er entlarvte das SED-Regime, indem er zwei Selbstschussanlagen an der Grenze demontierte. Die DDR hatte bis dahin den Einsatz dieser Waffen immer bestritten. Beim Versuch die dritte Anlage abzubauen, wurde Gartenschläger von einem MfS-Spezialkommando erschossen. Seine sterblichen Überreste wurden nach Schwerin gebracht und verbrannt. Gartenschlägers Asche wurde auf einer Wiese des Waldfriedhofs abgekippt. Eine Grabstelle sollte der Regimegegner nicht bekommen.

Erst nach der Wiedervereinigung legten Freunde Gartenschlägers ein Grab an. „Michael Gartenschläger erinnert uns daran: Unangepasstheit und Widerstandssinn erfordern Mut und kosten manchmal einen hohen Preis. Menschen wie Michael Gartenschläger waren es, die das SED-Regime in Angst und Schrecken versetzten und den Grundstein für den Mauerfall 1989 legten“, sagte die Landesbeauftragte Anne Drescher auf der Gedenkveranstaltung.

Altbischof Heinrich Rathke, Mitglied der GRZ e.V., hob die Hoffnungslosigkeit hervor, die der Mauerbau bei vielen Menschen hervorrief, weil sie sich eingesperrt und von nahestehenden Menschen abgeschnitten fühlten.

 Stellvertretend für alle Opfer der deutschen Teilung legten die Mitglieder der GRZ und die Landesbeauftragte am Grab von Michael Gartenschläger Blumen nieder.

Die Pressemitteilung als PDF im Download finden Sie hier.

 

 

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