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// 10. Dezember 2020 // 12:00 Uhr

Neue Zeitschrift „GULag und Gedächtnis“

Almanach der Landesbeauftragten zu kommunistischer Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR

„GULag und Gedächtnis. Beiträge zur Deutsch-Russischen Geschichte“ heißt eine neue Fachzeitschrift, die am heutigen Tag der Menschenrechte von der Landesbeauftragten für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur Anne Drescher als Herausgeberin vorgestellt wurde.

„Im Schwurgerichtssaal des Schweriner Landgerichts verurteilte ein Sowjetisches Militärtribunal 1945 bis 1955 zahlreiche unschuldige Menschen zum Tode oder zu langen Haftstrafen“, sagte die Landesbeauftragte Anne Drescher. Über die Todesurteile und die etwa 35.000 verurteilten deutschen Zivilisten, die in sowjetischen Lagern inhaftiert waren, sei nach wie vor viel zu wenig bekannt.

„Die Zeitschrift soll mit ihren Beiträgen über die kommunistische Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), der DDR und im Zwangsarbeitslagersystem des GULag informieren. Zugleich bietet der jährlich erscheinende Almanach auch den in der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion organisierten Betroffenen und Angehörigen ein Forum, zumal deren Jahrestreffen altersbedingt nicht mehr stattfinden können“, erklärte Mitredakteurin Edda Ahrberg.

„Nach dem Umbruch 1990 wandten sich Menschen an unsere Beratung, die nach den langen Jahren verordneten Schweigens endlich über ihre schlimmen Erfahrungen in den sowjetischen Lagern reden wollten. Für viele konnten Rehabilitierungen und Entschädigungen erreicht werden. Anderen Familien gelang es erst jetzt, das Schicksal ihrer von der sowjetischen Geheimpolizei verschleppten Angehörigen und deren Todesumstände zu klären“, berichtete Anne Drescher.

Die Redakteurinnen der Zeitschrift Edda Ahrberg und Anne Drescher erläuterten das Anliegen der Zeitschrift: Der Almanach wird sich bei der historischen Aufarbeitung dieser Epoche auch mit Opposition und Widerstand, der Geschichte des GULags in der Sowjetunion sowie den aktuellen Entwicklungen in der Erinnerungspolitik der Russischen Föderation befassen. Neben wissenschaftlichen Aufsätzen sollen auch Biografien, Lebenserinnerungen, Dokumente, Rezensionen und Konferenzberichte veröffentlicht werden. Die Publikation wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur (Hg.): GULag und Gedächtnis. Beiträge zur Deutsch-Russischen Geschichte. ISSN 2702-2315, ISBN 978-3-933255-61-7. Schutzgebühr 6 Euro.

Online bestellt werden kann die Zeitschrift unter
www.landesbeauftragter.de/publikationen/aktuelle-publikationen/
Die Zeitschrift ist auch erhältlich in der Geschäftsstelle der Landesbeauftragten
Tel.: 0385-734006, Fax: 0385-734007, Mail: post@lamv.mv-regierung.de.


Aus dem Inhalt von „GULag und Gedächtnis“ 1 • 2020

AUFSÄTZE/WISSENSCHAFTLICHE BEITRÄGE
Dr. Irina Scherbakowa: GULag – Geschichte und Aufarbeitung

ERINNERUNGSLANDSCHAFT
Edda Ahrberg: „Aber die Erinnerungen bleiben“. Die Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion
Dr. Wilhelm Mensing: „Das Gedenken ist eine der Grundlagen menschlicher Kultur“
Dr. André Gursky: Ein Holzkoffer und ein Stück Kohle aus Workuta. Brücken der Erinnerung

AUTOBIOGRAFISCHES/LAGERALLTAG
Heini Fritsche: Heimkehr nach Deutschland 1955

AKTUELLES
Aus der Forschung
Anne Drescher: Die „Gruppe Kunert“

Blick nach Russland
Dr. Anna Kaminsky: Das Schweigen brechen – vielfältige Erinnerungen. Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur in der Russischen Föderation

Berichte zur Aufarbeitung
Dr. Nikolai Ivanov, Dr. Anke Giesen: Die „letzte Adresse“ in Deutschland
Bernd Böhlich: „Und der Zukunft zugewandt“ – von der Idee zum Film

Rezensionen
Werner Schulz zu: Andreas Petersen: Die Moskauer
Dr. Gerald Diesener zu: Horst Hennig und Gerald Wiemers (Hrsg.): Sigurd Binski – ein Kritiker der Diktaturen. Erinnerungen und Dokumente / Freiheit in Verantwortung. Sigurd Binskis Beiträge zur Zeitgeschichte

Das besondere Dokument
Beschluss des Rates der Volkskommissare am 5. September 1918 über den „Roten Terror“

Die Pressemitteilung der Landesbeauftragten zum Download finden Sie hier.



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