Gerhard Priesemann wurde 1911 geboren. Der Vater von vier Kindern war Planungsstatistiker bei der Vereinigung Volkseigener Betriebe als er am 30. August 1950 in Schwerin verhaftet und inhaftiert wurde. Wegen Spionage, antisowjetischer Propaganda und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation wurde er im Februar 1951 vom Sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 14. Mai 1951 in Moskau vollstreckt. Mehr als vierzig Jahre später, kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, wurde Gerhard Priesemann rehabilitiert.
Die Anbringung der Tafel für Herrn Priesemann findet 14.00 Uhr in der Walther-Rathenau Str. 16 in 19055 Schwerin statt.
Es ist in Deutschland die 16. Tafel dieser Art und zugleich die erste in Mecklenburg-Vorpommern. Nach dem Modell der bekannten „Stolpersteine“, mit denen seit vielen Jahre im öffentlichen Raum an Verfolgte des NS-Regimes erinnert wird, hatte die Stiftung „Die letzte Adresse“ seit 2013 von Moskau aus begonnen, die Spuren von Opfern der kommunistischen Gewaltherrschaft sichtbar zu machen. Heute ist das Projekt durch das Verbot der Organisation Memorial in Russland zwar erheblich eingeschränkt, doch gibt es mittlerweile rund 1.500 solcher Gedenktafeln in der Ukraine, Moldau, Tschechien, Georgien, Frankreich und Deutschland.
Die Einladung der Arno-Esch-Stiftung finden Sie hier.
Weiterführende Informationen zum Fall Gerhard Priesemann und dem Moskauer Friedhof Donskoje, auf dem weitere Opfer der sowjetischen Repression bestattet sind, finden Sie hier.