Den beiden Zwangsaussiedlungsaktionen 1952 und 1961 fielen in Westmecklenburg über 3.000 Menschen zum Opfer. Sie mussten innerhalb von Stunden ihre Sachen packen und wurden in das Innere der DDR transportiert. Hierher, wo ihre Heimat war, durften sie bis zum Ende der SED-Herrschaft nicht zurückkehren. Die personelle Säuberung des Grenzsperrgebietes war ein Aspekt der Durchsetzung dikta-torischer Herrschaft in der DDR, für die Menschen erlebten Willkür- und Ohnmachts-erfahrungen. Zu den Rahmenbedingungen gehörte auch der Kalte Krieg zwischen den Supermächten Sowjetunion und USA.
Nach 1961 wurden im Grenzsperrgebiet immer wieder einzelne Familien aus unterschiedlichen Gründen zwangsweise ausgesiedelt. SED-Führung und DDR-Grenztruppen strebten längerfristig danach, den 500-Meter-Streifen bevölkerungsfrei zu bekommen. Zwang, Lockung und Abwanderung sorgten dafür, dass grenznahe Dörfer leergezogen und anschließend dem Erdboden gleich gemacht wurden. Diese Ortslagen befinden sich heute im Grünen Band und sind häufig mit Gedenksteinen und Informationstafeln markiert.
Am 20. Juni, ab 10 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Schlagsdorf,
Am Bülten 5, 19217 Schlagsdorf
Parkplätze vor dem Dorfgemeinschaftshaus oder der Regionalschule
(Hauptstraße 18 A)
Das Veranstaltungsprogramm
| 10.00 Uhr | Begrüßung und Einführung Burkhard Bley (Landesbeauftragter M-V für die Aufarbeitung der SED-Diktatur)
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| 10.15 Uhr | Die Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsaussiedlungen in Westmecklenburg – eine Einführung Dr. Andreas Wagner (Grenzhus Schlagsdorf)
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| 10.45 Uhr | Leben mit dem DDR-Grenzregime an der Ostseeküste Prof. Hope Harrison (George-Washington-Universität, z. Zt. Krupp Kolleg Greifswald)
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| 11.30 Uhr | Kaffeepause
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| 11.45 Uhr | Das Haus der Perschkes – Zwangsaussiedlungen in der Vermittlung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn Dr. Felix Ludwig (Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn)
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| 12.30 Uhr | Diskussionsrunde: Erfahrungen mit dem Erinnern und der Rehabilitierung
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| 13.00 Uhr | Mittagsimbiss
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| 13.30 Uhr | Flucht und Vertreibung im Sudan. Menschenrechtsverletzungen und ihre Hintergründe Martina Liedke (Amnesty International, Amnesty Kogruppe Sudan/Südsudan)
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| 14.30 Uhr | Wechsel zum Gedenk- und Lernpfad für das geschleifte Dorf Lankow
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| 15.00 Uhr | Begrüßung Udo Wachtel (Bürgermeister Dechow)
und Andacht Ulrike Kurzweg (Pastorin d. Evang. Kirchgemeinde Carlow-Schlagsdorf) |
Abschluss bei Kaffee und Kuchen am Gedenkort.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Um eine Anmeldung zur Veranstaltung beim Grenzhus unter diesen Kontaktdaten wird gebeten:
GRENZHUS Schlagsdorf
Neubauernweg 1
19217 Schlagsdorf
Tel.: 038875/ 20326
Email: info{at}grenzhus.de
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Kirchgemeinde Carlow-Schlagsdorf.
Die Einladung der Veranstalter finden Sie hier.