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Historisches Foto der Zwangsaussiedlung der Familie Seidel 1961 aus Tripkau/Elbe. Foto: LAMV/Fam. Seidel


Erinnerungstag Zwangsaussiedlungen und geschleifte Dörfer an der innerdeutschen Grenze in Westmecklenburg

Das Grenzhus Schlagsdorf lädt mit Unterstützung u. a. des Landesbeauftragten am 20. Juni, ab 10 Uhr, zu einem Tag der Erinnerung an Zwangsaussiedlungen an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze ein.


Den beiden Zwangsaussiedlungsaktionen 1952 und 1961 fielen in Westmecklenburg über 3.000 Menschen zum Opfer. Sie mussten innerhalb von Stunden ihre Sachen packen und wurden in das Innere der DDR transportiert. Hierher, wo ihre Heimat war, durften sie bis zum Ende der SED-Herrschaft nicht zurückkehren. Die personelle Säuberung des Grenzsperrgebietes war ein Aspekt der Durchsetzung dikta-torischer Herrschaft in der DDR, für die Menschen erlebten Willkür- und Ohnmachts-erfahrungen. Zu den Rahmenbedingungen gehörte auch der Kalte Krieg zwischen den Supermächten Sowjetunion und USA.

 

Nach 1961 wurden im Grenzsperrgebiet immer wieder einzelne Familien aus unterschiedlichen Gründen zwangsweise ausgesiedelt. SED-Führung und DDR-Grenztruppen strebten längerfristig danach, den 500-Meter-Streifen bevölkerungsfrei zu bekommen. Zwang, Lockung und Abwanderung sorgten dafür, dass grenznahe Dörfer leergezogen und anschließend dem Erdboden gleich gemacht wurden. Diese Ortslagen befinden sich heute im Grünen Band und sind häufig mit Gedenksteinen und Informationstafeln markiert.

 

Am 20. Juni, ab 10 Uhr, im Dorfgemeinschaftshaus Schlagsdorf,
Am Bülten 5, 19217 Schlagsdorf
Parkplätze vor dem Dorfgemeinschaftshaus oder der Regionalschule
(Hauptstraße 18 A)

 

Das Veranstaltungsprogramm

 

10.00 Uhr

Begrüßung und Einführung 

Burkhard Bley (Landesbeauftragter M-V für die Aufarbeitung der SED-Diktatur)

 

10.15 Uhr 

Die Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsaussiedlungen in Westmecklenburg – eine Einführung

Dr. Andreas Wagner (Grenzhus Schlagsdorf) 

 

10.45 Uhr 

Leben mit dem DDR-Grenzregime an der Ostseeküste

Prof. Hope Harrison (George-Washington-Universität, z. Zt. Krupp Kolleg Greifswald) 

 

11.30 Uhr 

Kaffeepause

 

11.45 Uhr 

Das Haus der Perschkes – Zwangsaussiedlungen in der Vermittlung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Dr. Felix Ludwig (Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn)

 

12.30 Uhr

Diskussionsrunde: Erfahrungen mit dem Erinnern und der Rehabilitierung

 

13.00 Uhr

Mittagsimbiss

 

13.30 Uhr 
 

Flucht und Vertreibung im Sudan. Menschenrechtsverletzungen und ihre Hintergründe

Martina Liedke (Amnesty International, Amnesty Kogruppe Sudan/Südsudan)

 

14.30 Uhr 

Wechsel zum Gedenk- und Lernpfad für das geschleifte Dorf Lankow

 

15.00 Uhr 

Begrüßung 

Udo Wachtel (Bürgermeister Dechow) 

 

und Andacht 

Ulrike Kurzweg (Pastorin d. Evang. Kirchgemeinde Carlow-Schlagsdorf)

 

 

Abschluss bei Kaffee und Kuchen am Gedenkort.

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um eine Anmeldung zur Veranstaltung beim Grenzhus unter diesen Kontaktdaten wird gebeten: 
 

GRENZHUS Schlagsdorf
Neubauernweg 1
19217 Schlagsdorf

Tel.: 038875/ 20326

Email: info{at}grenzhus.de

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Kirchgemeinde Carlow-Schlagsdorf.

 

Die Einladung der Veranstalter finden Sie hier.

 



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