Veranstaltungen

Kundgebung auf dem Karl-Marx-Platz in Leipzig am 15. Januar 1990 (Bundesarchiv, Bild 183-1990-0115-032, Wolfgang Kluge).


Ein antifaschistischer Staat? Zum Umgang mit nationalsozialistischer Vergangenheit und Rechtsextremismus in der DDR

In Anklam diskutieren der Außenstellenleiter des Bundesarchiv/Stasiunterlagenarchiv Waldeck, Dr. Volker Höffer, und der stellvertretende Landesbeauftragte, Dr. Lars Tschirschwitz, über den von der Staatsführung proklamierten Antifaschismus und die von Volkspolizei und MfS beobachtete Realität in der DDR.

Im RITZ, Peenstraße 1a, 17389 Anklam. Der Eintritt ist frei!


Die DDR verstand sich als sozialistische Gesellschaft, in der Faschismus und andere rechtsextreme Ideologie nicht mehr existierten. Dass Anspruch und Wirklichkeit in erheblichen Teilen der Bevölkerung von Anfang an auseinanderklafften, wurde vom Machtapparat der SED zwar immer registriert, aber nie offiziell bzw. öffentlich als Problem thematisiert. 

 

In den 1970er/80er Jahren beobachteten Staatssicherheit und Volkspolizei die Entstehung einer neuen rechtsextremen Subkultur, der sie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln und Methoden jedoch nicht begegnen konnten bzw. wollten. Angriffe auf Vertragsarbeiter aus Kuba, wie die, die 1979 in Merseburg tödlich endeten, oder auf jugendliche Punks in der Zionskirche 1987 waren weniger Anlass zur Aufklärung als zu Maßnahmen der Verschleierung. 

 

Im Gespräch beleuchten Volker Höffer und Lars Tschirschwitz, wie es in der DDR um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus sowie den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit, Ausländerhass und Antisemitismus stand, und was den DDR-Behörden über einschlägige Personen und Gruppen bekannt war. Sie diskutieren auch, was die Art, wie SED, Stasi und Volkspolizei mit dem Problem umgingen, über das politische System der DDR aussagt. 

 

Überdies zeigt Volker Höffer an Fallbeispielen und Stasi-Akten aus dem ehemaligen DDR-Bezirk Rostock die Dimension am Ende der DDR – auch als Hypothek für die Zeit nach Friedlicher Revolution und Wiedervereinigung 1989/90.

 

Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier. 



Hinweis zur Anfahrt:

Vom 31. August bis zum 14. Oktober ist die Kreuzung Eisenbahnstraße/Brunnenstraße wegen Bauarbeiten vollständig gesperrt. Mit dem Auto ist das Parkhaus Brunnenstraße aus Richtung Ostdorfer Ufer jedoch weiterhin anzufahren. Fußgänger erreichen uns wie üblich über den Hauseingang Bleicherufer 7.


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Demokratie auf Achse - Auf Tour durch Mecklenburg-Vorpommern