Die Ausstellung
Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur.
Die Ausstellung der Bundesstiftung Aufarbeitung erzählt vom Umgang mit der Geschichte der SED-Diktatur und der deutschen Teilung seit 1989. 20 Tafeln präsentieren prägnante Texte, 110 Fotos, Faksimiles, Statistiken und Karikaturen, die zentrale Wegmarken der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit beschreiben – von der Offenlegung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) über die Erinnerung an Stasi-Gefängnisse wie das berüchtigte „Gelbe Elend“ in Bautzen bis hin zu Fragen der justiziellen Aufarbeitung.
Veranstaltungsort ist das ehemalige Wehrmachtgefängnis in Anklam, Eingang Friedländer Landstraße 3a. Der Eintritt für Veranstaltungen und Ausstellung ist frei.
An den Veranstaltungstagen sind Führungen im ehem. Wehrmachtgefängnis auf Anfrage im Museum im Steintor Anklam möglich unter: 03971 245503, info{at}museum-im-steintor.de.
Die Öffnungszeiten der Ausstellung „Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur“: jeweils Donnerstags von 15 bis 19 Uhr und jeden zweiten Sonntag von 13 bis 17 Uhr.
Eine Veranstaltungsreihe des Landesbeauftragten für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur in Zusammenarbeit mit dem DemokratieLaden Anklam/Landeszentrale für politische Bildung M-V und der Hansestadt Anklam.
Veranstaltungsreihe
25. September, 18 Uhr
Filmvorführung „Stilles Land“ und Gespräch mit Zeitzeugen aus Anklam
„Stilles Land“, Regie: Andreas Dresen, D 1992, 98 Min.
Der Film zeigt Anklams Theater als verdichteten Mikrokosmos gesellschaftlicher Bewegung. In der nebligen Landschaft Anklams, die Dresen ins Bild setzt, verdichten sich Isolation und Hoffnung, Scheitern und Aufbruchwille. All diese Themen – der reale Umbruch in Anklam 1989, das Ringen um neue demokratische Strukturen und dessen Darstellung im Film – werden in der Veranstaltung mit Zeitzeugen, darunter ehemalige Mitglieder des Anklamer Runden Tisches, diskutiert.
Die Moderation übernimmt der Historiker Christoph Wunnicke.
23. Oktober, 18 Uhr
Filmvorführung „Unsere Kinder“ und Gespräch mit Zeitzeugen
„Unsere Kinder“, DEFA Dokumentarfilm, Regie: Roland Steiner, 1989, 88 Min.
Der Dokumentarfilmer Roland Steiner präsentierte bei der 32. Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1989 seinen Film „Unsere Kinder“, für den er über längere Zeit Jugendliche in der DDR begleitet und porträtiert hatte. Die Jugendorganisation der Staatspartei SED, die „Freie Deutsche Jugend“, spielt im Leben der gezeigten jungen Menschen keine Rolle, sie suchten Identität und Sinn in selbst organisierter Gemeinschaft. Gruppen von Punks, Skinheads, Neonazis, Gruftis waren, das zeigt Steiners Film, vor allem in Berlin entstanden, entzogen sich nach Möglichkeit staatlicher Kontrolle und orientierten sich an Vorbildern in westlichen Subkulturen. Doch auch in der Provinz gab es junge Menschen, die den staatlichen Massenorganisationen zunehmend gleichgültig gegenüberstanden. Musik spielte dabei fast immer eine zentrale Rolle. Rex Joswig, 1962 in Anklam geboren, wuchs in Neubrandenburg auf und zog 1981 nach Berlin, wo er 1987 die Band „Herbst in Peking“ gründete und bis heute lebt. Das Gespräch mit ihm und dem Leiter des Stasiunterlagenarchivs Rostock/Waldeck Dr. Volker Höffer moderiert Dr. Lars Tschirschwitz, stellvertretender Landesbeauftragter für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.
6. November, 18 Uhr
Markus Meckel im Gespräch mit dem Historiker Christoph Wunnicke
Im Herbst 1989 wurde auch Anklam zum Schauplatz tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Neue oppositionelle Gruppen entstanden und die Bevölkerung forderte in Resolutionen, Demonstrationen und Bürgerversammlungen eine demokratische Neuordnung. In diesen Wochen trat auf nationaler Ebene Markus Meckel in den Vordergrund - einer der zentralen Akteure der friedlichen Revolution. Er forderte schon früh freie Wahlen, Meinungsfreiheit und die Achtung der Menschenrechte. Er wurde im April 1990 zum letzten Außenminister der DDR berufen und saß am Verhandlungstisch der Zwei-plus-Vier-Gespräche. Ein knappes Jahrzehnt später unterstützte er den in Anklam geborenen Günter Schabowski (Mitglied des Politbüros des ZK der SED), dessen berühmte Pressekonferenz vom 9. November 1989 zum Symbol für den Fall der Mauer wurde. Meckel würdigte Schabowskis späte Einsicht in den Wandel der Zeit und unterstützte dessen Versuch, im Rückblick Verantwortung zu übernehmen. Diese Aspekte, aber auch die lokale Protestgeschichte, kulturelle Selbstvergewisserung und der politische Kurswechsel stehen im Zentrum der Veranstaltung, zu der wir das Publikum herzlich einladen, sich mit ihren Erfahrungen und Ansichten einzubringen.
Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.
Die Pressemitteilung zur Veranstaltung finden Sie hier.