Presse

Arno Esch 1946. Foto: privat/LAMV


// 15. Juli 2021 // 09:00 Uhr

Arno Esch vor 70 Jahren in Moskau hingerichtet

Gedenken am Ort seiner Inhaftierung und Verurteilung in Schwerin

An den vor 70 Jahren in Moskau erschossenen Studenten Arno Esch wird am 23. Juli 2021 um 10.30 Uhr am Demmlerplatz in Schwerin mit einer Kranzniederlegung erinnert. Die Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur Anne Drescher und der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Jochen Schmidt werden Arno Esch als Kämpfer für Demokratie und Freiheit würdigen. Die anschließende Besichtigung der Orte der Verurteilung von Arno Esch im heutigen Landgericht und seiner Inhaftierung im Hafttrakt im Dokumentationszentrum ist aufgrund von Zugangsbeschränkungen nur für angemeldete Gäste möglich.

Eine Biografie zu Arno Esch von Dr. Natalja Jeske in der Schriftenreihe der Landesbeauftragten wird im Herbst veröffentlicht. Die Buchvorstellung ist für den 5. Oktober 2021 in Schwerin geplant. Die Publikation wurde aus Mitteln des Strategiefonds des Landes gefördert.

Die Landesbeauftragte Anne Drescher sagte:

„Das Schicksal von Arno Esch reicht weit über seine Person hinaus. Es ist ein Sinnbild dafür, dass eine Gesellschaft, die keine freie Rede zulässt, die Angst vor ihren Gegnern hat und auf sie mit Macht, Willkür und Gewalt reagiert, keine Zukunft hat. Davon war Arno Esch zutiefst überzeugt. Und für diese Überzeugung hat er mit seinem Leben bezahlt.“

Arno Esch hatte seit 1946 an der Universität Rostock Rechtswissenschaften studiert und geriet durch sein Engagement für eine freiheitlich-demokratische Gesellschaft in der Liberal-Demokratischen Partei (LDP) in Konflikt mit SED und sowjetischer Besatzungsmacht. Im Oktober 1949 wurde er vom sowjetischen Geheimdienst MGB in Rostock verhaftet und bald darauf in das Untersuchungsgefängnis am Schweriner Demmlerplatz gebracht. Im Schwurgerichtssaal des Schweriner Justizgebäudes wurde Arno Esch am 20. Juli 1950 von einem Sowjetischen Militärtribunal wegen angeblicher Spionage und Bildung einer konterrevolutionären Organisation zum Tode verurteilt.

Nach seiner Deportation in die Sowjetunion und erneuter Verurteilung im Mai 1951 wurde das Todesurteil am 24. Juli 1951 durch Erschießen im Moskauer Butyrka-Gefängnis vollstreckt. Im Zusammenhang mit der Verfolgung von Arno Esch wurden 13 weitere junge LDP-Mitglieder aus Mecklenburg verhaftet und hingerichtet oder zu langen Lagerhaftstrafen verurteilt.


Gedenken und Besichtigung
Freitag, 23. Juli 2021, 10.30 Uhr

Demmlerplatz 1–2, 19053 Schwerin

Anmeldung
Für die begrenzte Teilnahme an der Besichtigung im Landgericht und im Dokumentationszentrum wird um vorherige Anmeldung bei der Landesbeauftragten gebeten unter Tel. 0385/734006 oder post{at}lamv.mv-regierung.de.

Veranstalter
Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur
in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung MV mit dem Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland

Die Pressemitteilung der Landesbeauftragten zum Download finden Sie hier.



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