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Pressekonferenz in der Dienststelle der Landesbeauftragten. Foto: LStU/N.Kemmler


// 02. Februar 2018 // 10:00 Uhr

Über 1.000 Betroffene von DDR-Staatsdoping in MV

Jahrespressekonferenz der Landebeauftragten für MV für die Stasi-Unterlagen

PRESSEMITTEILUNG
Schwerin, 2. Februar 2018

Über 1.000 Betroffene von DDR-Staatsdoping in MV
Landesbeauftragte für MV berät, forscht und informiert

Mit weit über 1.000 Betroffenen im Land, die unter den erheblichen gesundheitlichen Spätfolgen von DDR-Zwangsdoping leiden, rechnet Anne Drescher, die Landesbeauftragte für MV für die Stasi-Unterlagen. „Die Schwere der Erkrankungen, die Komplexität der Schäden und das Leid der Geschädigten, die zu uns in die Beratung kommen, sind erschütternd“, betonte Anne Drescher bei ihrer Jahrespressekonferenz am 2. Februar 2018.

„Mit Blick auf die Antragsfrist des Dopingopfer-Hilfegesetzes zum Jahresende 2018 und der besonderen Problematik der Fälle ist diese Beratung eine große Herausforderung. Dringend erforderlich ist eine befristete zusätzliche Beraterstelle für die Doping-Betroffenen.“ Mit großem Engagement wurden 1.059 Menschen im Jahr 2017 beraten und begleitet. Die Übernahme zusätzlicher Aufgaben sei daher nicht möglich. „Lange Wartezeiten auf einen Beratungstermin und Abstriche in der Qualität der Beratung wollen und können wir Menschen nicht zumuten, die in der DDR politisch verfolgt wurden, die Leid und Unrecht erlebt haben.“ Verschärfen würde sich der Zeitdruck durch das planmäßige Auslaufen der Rehabilitierungsgesetze Ende 2019. Die Konferenz der Landesbeauftragten setzt sich daher für eine Entfristung dieser Gesetze ein.

Die Aufgabenfelder Beratung und politisch-historische Aufarbeitung würden sich in der Behörde idealerweise ergänzen: „Die Grundlagen für unsere Beratung müssen wir uns oft erst selbst erarbeiten. Aus unseren Forschungen entstehen Publikationen, die als erster Leitfaden für Betroffene, Berater, Therapeuten und Interessierte dienen. Die Erfahrungen der Zeitzeugen sind häufig Anstoß und eine wichtige Quelle für die Forschung. Das war bei den ehemaligen DDR-Heimkindern mit der Einführung zur DDR-Heimerziehung so, bei den Doping-Geschädigten mit dem aktuellen Buch zum Staatsdoping und demnächst mit einer Studie zu psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen der DDR“, berichtete die Landesbeauftragte Anne Drescher. Der vorliegende Band der Landesbeauftragten „Staatsdoping in der DDR“ versammelt Aufsätze von ausgewiesenen Experten zu den Mechanismen und zu gesundheitlichen Langzeitfolgen des Dopings und zum Stand der Aufarbeitung der DDR-Doping-Praxis in den ehemaligen Nordbezirken.

Mit Abendveranstaltungen und anschließenden Beratungstagen in den wichtigsten ehemaligen Leistungssportstätten der Nordbezirke informierte die Landesbeauftragte in Kooperation mit dem Verein Doping-Opfer-Hilfe e.V. die Öffentlichkeit über die Erkenntnisse zum Staatsdoping und machte den Betroffenen Beratungsangebote. Die Behörde berät im Auftrag des Landtags ehemalige Sportlerinnen und Sportler bei der persönlichen Aufarbeitung, den Recherchen nach Unterlagen und Nachweisen, und bei der Antragstellung nach dem Zweiten Dopingopfer-Hilfegesetz. Dabei arbeitet die Landesbeauftragte eng mit dem Verein Doping-Opfer-Hilfe e.V. zusammen.

Die Pressemitteilung der Landesbeauftragten zum Download finden Sie hier.

Den Jahresbericht 2017 als Drucksache des Landtags MV finden Sie hier.

Berichtet wurde u.a. in folgenden Medien
NDR:
Stasi-Beauftragte will Doping-Opfern helfen
Nordmagazin - Hilfe für Opfer von Zwangsdoping in der DDR

Schweriner Volkszeitung:
Enge Zeitfenster für Anträge auf Rehabilitation

Evangelischer Pressedienst (epd):
Drescher fordert Beraterstelle für Zwangsdopingopfer


 

 

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