Mit dem Kriegsende 1945 und der Befreiung vom NS-Regime errichtete die sowjetische Besatzungsmacht im Osten Deutschlands eine neue Diktatur. Aus diesem Anlass lädt der Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur Burkhard Bley am 25. September 2025 zu einer öffentlichen Tagung im Campus am Turm (Hamburger Allee 124, 19063 Schwerin). Von 10.00 bis 17.00 Uhr geht es in Vorträgen und Diskussionen um die Repression im Norden der SBZ/DDR und den Umgang mit dem Schweriner Lenin-Standbild als Relikt des kommunistischen Machtanspruchs.
Tagung und Diskussion
Donnerstag, 25. September 2025, 10.00 bis 17.00 Uhr
Campus am Turm, Hamburger Allee 124, 19063 Schwerin
Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und offen für alle Interessierten. Um eine Anmeldung bis zum 18. September 2025 per Mail an tagung{at}lamv.mv-regierung.de oder telefonisch an 0385/734006 wird gebeten. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, senden wir Ihnen eine Anmeldebestätigung und bitten um Verständnis, dass eine Teilnahme nur nach Erhalt einer Anmeldebestätigung möglich ist.
Die Tagung wird als Live-Stream auf der Seite des Landesbeauftragten www.landesbeauftragter.de übertragen.
Die kommunistische Repression der Sowjetmacht stellt Prof. Jörn Happel von der Helmut-Schmidt-Universität / Universität der Bundeswehr Hamburg in den historischen Kontext mit Blick auf die sowjetische Besatzungszone (SBZ) und die Rolle Lenins. Mehr als 100 Personen wurden in Schwerin von einem Sowjetischen Militärtribunal verurteilt und in Moskau hingerichtet. Über Hintergründe und Schicksale dieser Menschen berichtet die Rostocker Historikerin Dr. Natalja Jeske aus ihrem Forschungsprojekt beim Landesbeauftragten.
Mit dem bildnerischen Erbe der DDR im öffentlichen Raum setzt sich Amélie zu Eulenburg, Leiterin des Arbeitsbereichs Gedenkstätten und Erinnerungskultur bei der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur auseinander. Als Angehöriger eines zu 25 Jahren Zwangsarbeit im GULag verurteilten Häftlings stellt Stefan Krikowski, Vorsitzender der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion e.V., neben dem Schicksal seines Vaters zwei weitere Verfolgungsschicksale vor.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion sollen die unterschiedlichen Positionen zu dem Umgang mit dem Standbild in Schwerin ausgetauscht und ein gesellschaftlicher Dialog zu tragfähigen Lösungsmöglichkeiten angeregt werden. Moderiert wird die gesamte Tagung durch Birgit Schröter. Zum Abschluss kann die Großplastik in Augenschein genommen werden, unweit des Tagungsorts im Schweriner Neubaugebiet Neu Zippendorf, ehemals Großer Dreesch II.
Burkhard Bley, Landesbeauftragter für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur:
„Lenin ist mit seinem ‚roten Terror‘ verantwortlich für den Tod hunderttausender Menschen. Daher sollte an seine Opfer und alle Opfer kommunistischer Gewalt erinnert werden. Ich möchte einen Diskurs anregen, wie mit dem Lenin-Relikt in Schwerin Aufklärung, Mahnung und Gedenken gestaltet werden kann.“
Anmeldung bis zum 18. September 2025 per Mail an tagung{at}lamv.mv-regierung.de oder telefonisch an 0385/734006
Tagungsprogramm
| 10.00 Uhr | Begrüßung |
| Burkhard Bley, Landesbeauftragter für M-V für die Aufarbeitung der SED-Diktatur | |
| Bettina Martin, Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten M-V | |
| Evelyn Zupke, SED-Opferbeauftragte beim Deutschen Bundestag | |
| Dr. Rico Badenschier, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Schwerin | |
| Moderation: Birgit Schröter | |
| 10.30 Uhr | Lenin und die Sowjetmacht: kommunistische Ideologie und roter Terror |
| Prof. Dr. Jörn Happel, Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg | |
| 11.30 Uhr | Kaffeepause |
| 12.00 Uhr | Kommunistische Repression im Norden von SBZ/DDR |
| Dr. Natalja Jeske, Historikerin und Publizistin | |
| 13.00 Uhr | Mittagspause |
| 14.00 Uhr | Schwieriges Erbe: Umgang mit belasteter Kunst im öffentlichen Raum |
| Amélie zu Eulenburg, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | |
| 15.00 Uhr | Zu 25 Jahren Lagerhaft verurteilt: drei Verfolgungsschicksale |
| Stefan Krikowski, Vorsitzender der Lagergemeinschaft Workuta/GULag Sowjetunion e.V. | |
| 15.30 Uhr | Kaffeepause |
| 16.00 Uhr | Podiumsdiskussion – Lenin in Schwerin: Was tun? |
| Burkhard Bley; Prof. Dr. Jörn Happel; Dr. Bernd Kasten, Direktor des Stadtarchivs Schwerin; Stefan Krikowski; Dr. Katharina Steudtner, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege | |
| 17.00 Uhr | Ende der Tagung |
| 17.30 Uhr | Ortstermin am Lenin-Standbild |
Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.
Eine Pressemitteilung zur Veranstaltung finden Sie hier.