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// 14. November 2019 // 13:00 Uhr

Zwischen Zweifel und Akzeptanz.

Kindstode, Kindesentzug und Adoption in der DDR – Der Umgang mit dem Unfassbaren

Ein Kind zu verlieren, ist für Eltern ein schwerwiegender Schicksalsschlag. Zurück bleiben trauernde Eltern, die zudem in der DDR häufig nicht die Möglichkeit bekamen, von dem toten Kind Abschied zu nehmen. Unter den Schmerz und die Trauer mischte sich später ein Gefühl der Ungewissheit und des Misstrauens um die Wahrhaftigkeit dieses Geschehens. Ähnliches gilt auch für Eltern, deren Kinder in der DDR adoptiert wurden.

In Beratungsstellen, Therapieeinrichtungen, Behörden begegnen uns zunehmend Eltern, die bis heute unter dem Verlust ihrer Kinder leiden, die sie in damaliger Zeit verloren haben. Quälende und offene Fragen nach dem Schicksal ihrer Kinder lassen sie nicht zur Ruhe kommen.

Im Mai 2018 veranstaltete die Landesbeauftragte für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur eine Tagung für ausgewählte Experten, die Betroffene und Angehörige beraten und begleiten oder häufig mit diesen Themen in Berührung kommen. Hier wurde der bisherige Kenntnisstand dieses hoch sensiblen Themas sachlich, wissenschaftlich und differenziert erörtert und ausgetauscht und anschließend in einem Tagungsband veröffentlicht.

Wie in der Fachtagung angekündigt, richtet sich nun die Folgeveranstaltung an Betroffene, Angehörige, Fachkräfte und die interessierte Öffentlichkeit. Eine Betrachtung der rechtlichen und medizinischen Rahmenbedingungen in der DDR soll ein Verständnis für damalige Abläufe, Verfahren und Entscheidungen vermitteln. In Anbetracht der zumeist fehlenden psychotherapeutischen und seelsorgerlichen Begleitung darf die unverarbeitete Trauer der Eltern und Angehörigen nicht außer Acht gelassen werden.

Entsprechende Aspekte sollen auf der Tagung diskutiert und für die Teilnehmenden nutzbar gemacht werden. Wie kann die späte Aufarbeitung trotz Ungewissheit gelingen? Wie kann das Wissen der Abläufe und Hintergründe helfen, das Unfassbare begreiflich werden zu lassen und ein Verstehen zu entwickeln.

Programm
12.30 Uhr                            Ankommen
13.00 – 13.15 Uhr               Begrüßung:
                                           Anne Drescher, Landesbeauftragte für
                                           Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung
                                           der SED-Diktatur
                                           Grußworte:
                                           Nikolaus Voss, Staatssekretär im Ministerium
                                           für Soziales, Integration und Gleichstellung
                                           Mecklenburg-Vorpommern
                                           Moderation durch den Tag, Siv Stippekohl
                                           Journalistin, NDR Landesfunkhaus
                                           Mecklenburg-Vorpommern
13.15 – 15.30 Uhr               Geburtsabläufe und Begleitung, Dokumentationen
                                           und Erfahrungen zur Thematik
                                           frühverstorbener Kinder und Adoption
Beitrag 1:                            Erfahrungen einer Hebamme – Klinische
                                           Abläufe einer Geburt
                                           Sigrid Ehle, 2. Vorsitzende des Landeshebammenverbandes
                                           Mecklenburg-Vorpommern
Beitrag 2:                            Dokumentationen und Beurkundungen
                                           – Verwaltungsvorgänge um Geburt,
                                           Adoption und Tod
                                           Cathleen Delph, Sachbearbeiterin Standesamt
                                           der Stadt Bützow und des Amtes
                                           Bützow-Land
Beitrag 3:                            Dokumentierte Krankengeschichte –
                                           Die Kommissionen zur Senkung der
                                           Säuglingssterblichkeit in der DDR
                                           Charlotte Ortmann, Beraterin bei der
                                           Landesbeauftragten für MV
Beitrag 4:                            Grenzfälle des Lebens in der Neugeborenenperiode
                                           – Medizinische
                                           Aspekte im Wandel der Zeit
                                           Dr. med. P. Pawlowski, ehem. Leiter
                                           der Abteilung Neonatologie und der
                                           humangenetischen
                                           Beratungsstelle an
                                           der Kinderklinik des Klinikums
                                           Schwerin
Beitrag 5:                            Adoption in der DDR und Umgang mit
                                           Betroffenen heute
                                           Simone Schlieker, Zentrale Adoptionsstelle
                                           beim Landesjugendamt des
                                           Kommunalen Sozialverbands Mecklenburg-
                                           Vorpommern
Beitrag 6:                            Erfahrungsbericht einer betroffenen
                                           Mutter
                                           Karin Dubbe-Heitmann
15.30 – 16.00 Uhr               Kaffeepause
16.00 – 16.45 Uhr               World-Café – Austausch von Erfahrungen
                                           und Sachständen
16.45 – 17.00 Uhr               Pause
17.00 – 17.30 Uhr               Abschlussplenum
                                           Vorstellung der Ergebnisse aus den
                                           Arbeitsgruppen
17.30 – 18.00 Uhr               Schlussreflexion zum Tag –
                                           Curt Stauss
                                           Theologe, EKD-Beauftragter für
                                           Seelsorge
                                           und Beratung von Opfern
                                           der SED-Kirchenpolitik, Halle/Saale
                                           Verabschiedung
18.00 Uhr                            Ende der Tagung

Teilnahme und Anmeldung
Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene,
Fachkräfte und die interessierte Öffentlichkeit.

Tagungsort:
Veranstaltungssaal des VR-Bank-Hauses
am Werderpark, Robert-Koch-Straße 42,
19053 Schwerin

Bitte melden Sie sich bis zum 8.11.2019 per
Post, Telefon oder Mail bei der Landesbeauftragten
an:
Bleicherufer 7, 19053 Schwerin
Tel.: 03 85 -73 40 06
Fax: 03 85 -73 40 07
E-Mail: post{at}lamv.mv-regierung.de

Der Eintritt ist frei.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erteilen Sie
die Zustimmung, dass Fotoaufnahmen gemacht und
später im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung
analog und digital verwendet werden dürfen. Sollte
dies nicht gewünscht sein, bitten wir Sie, uns
darüber vor Beginn zu informieren.

Tagungsort:
Veranstaltungssaal des VR-Bank-Hauses
am Werderpark
Robert-Koch-Straße 42
19053 Schwerin
Sie erreichen uns über die Werderstraße,
Abbiegung Robert-Koch-Straße.
Parkplätze sind vorhanden.

Den Programmzettel zum Download finden Sie hier.

Eine Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung MV finden Sie hier.

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