Geförderte Projekte

Forschungsanträge 2012

Konzept zur Errichtung und Nutzung eines Erinnerungsortes in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR in der Töpferstraße in Neustrelitz

Das Gebäude wurde 1879 als dem Landgericht des Großherzogstums Mecklenburg-Strelitz angegliedertes Gefängnis eröffnet. Es steht heute unter Denkmalsschutz. In der Zeit von 1953 bis 1987 wurde das Gebäude vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR als Untersuchungshaftanstalt genutzt. Nachdem die Staatssicherheit in den 1980er Jahren das Gefängnis aufgab und geräumt hat, wurde das Hafthaus in seinem oberen Stockwerk nicht verändert und ist somit nahezu im Original erhalten. In diesem oberen Stockwerk des Hafthauses soll ein Erinnerungsort eingerichtet werden. Zur Betreuung des geplanten Erinnerungsortes wurde ein Verein „Erinnerungsort Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR – Töpferstraße e.V.“ gegründet.

Die Landesbeauftragte unterstützt den Verein bei der Erstellung des Konzeptes für die Errichtung und Nutzung des Erinnerungsortes.


Zeitzeugenprojekt

Im Rahmen dieses Projektes werden drei ausführliche lebensgeschichtliche Video-Interviews mit älteren Zeitzeugen aus Mecklenburg-Vorpommern gemacht, die einschneidende Erfahrungen mit politischer Repression, mit Haft aus politischen Gründen und mit politisch motivierter beruflicher Benachteiligung in der SBZ bzw. in der DDR gemacht haben. Neben der wichtigen Dokumentation lebensgeschichtlicher Erinnerungen von Zeitzeugen stehen mit diesem Projekt Interviews zur Verfügung, die in der politischen Bildung einsetzbar sind.


Herausgabe einer Publikation zum mecklenburgischen Schriftsteller Friedrich Griese

Der Schriftsteller Friedrich Griese wurde am 22. Juni 1946 von sowjetischen Geheimdienstmitarbeitern verhaftet und im Speziallager Nr. 9 in Fünfeichen interniert. Bereits kurz nach seiner Entlassung aus dem Lager schrieb er seine Erinnerungen über die Internierungszeit nieder, diese unmittelbaren Aufzeichnungen geben sehr authentisch und in qualitativer Form die Erlebnisse eines Internierten wider. Erhalten sind auch einige Briefe an die Angehörigen Grieses aus der Haftzeit. Die Landesbeauftragte unterstützt die Herausgabe dieser Publikation mit den Aufzeichnungen, Fotografien und Briefen von Friedrich Griese, ergänzt wird das Material durch eine biografische Darstellung zum Leben des mecklenburgischen Schriftstellers.


Forschungsanträge 2011

Das MfS und die Evangelische Studentengemeinde Greifswald in den Jahren 1954 bis 1973

In den Jahren 1954 bis 1973 waren drei Studentenpfarrer in Greifswald aktiv. Erforscht wird mit diesem Projekt die Geschichte der ESG in diesen Jahren, ausgehend von der allgemeinen politischen Situation und den Herausforderungen, denen sich insbesondere christlich geprägte Studierende damals ausgesetzt sahen. Besonders untersucht wird die Einflussnahme des MfS auf die ESG in Greifswald. Die Forschungsergebnisse sollen in geeigneter Weise publiziert werden.


Ausstellung „Über die Ostsee in die Freiheit“

Seit 1998 ist diese Wanderausstellung mit großem Erfolg an ständig wechselnden Orten in Deutschland zu sehen. Mit dieser Ausstellung wird das Ziel verfolgt, die Erinnerung an den Freiheitswillen der in der DDR eingesperrten Bürger wachzuhalten und insbesondere nachwachsende Generationen mit diesem Kapitel deutscher Geschichte vertraut zu machen. Um diese Arbeit in den nächsten Jahren fortsetzen zu können, werden die notwendigen Reparaturarbeiten an den Ausstellungsstücken und dem Ausstellungssystem durch die Landesbeauftragte mit finanziert.


Unerkannt durch Freundesland – Über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, illegal durch die Sowjetunion zu reisen (Ausstellung, Lesung, Film)

Wenn über Unfreiheit und Reisebeschränkungen in der DDR die Rede ist, dann werden in aller Regel damit Bilder von der Mauer und der radikalen Abschottung gegenüber dem Westen evoziert. Sehr viel weniger bekannt ist der Umstand, dass sich DDR-Bürger auch innerhalb des Ostblocks nur eingeschränkt bewegen bzw. reisen durften. Ein dichtes Regelwerk an Einreisebestimmungen, begrenztem Geldumtausch und willkürlicher Visavergabe setzte Hürden, die von den meisten akzeptiert und hingenommen wurden. Aber es rührte sich auch Widerspruch. Die Einreisebestimmungen für die UdSSR waren noch restriktiver im Vergleich zu den anderen sozialistischen Bruderländern, um gezielt Individualreisen vorzubeugen. Es gab aber ein bürokratisches Schlupfloch: die Transitreisen.

Die Landesbeauftragte ermöglichte über eine Projektförderung eine Filmvorführung und Buchlesung mit dem Buchautor und weiteren Zeitzeugen sowie eine gleichnamige Fotoausstellung.


Die Geschichte der Baussoldaten in Prora

Die vorliegende Dokumentation der Tagung „Waffenverweigerer in Uniform“ vom 28.4.-29.4.11 in Binz vereint die Vorträge der ReferentInen sowie Forschungsergebnisse zu den Thema Kriegsdienstverweigerung und Bausoldaten in der DDR. Die Dokumentation enthält außerdem Zeitzeugenberichte ehemaliger Bausoldaten und eine Beschreibung der bisherigen und zukünftigen Bildungsarbeit des PRORA-ZENTRUMs. Die Landesbeauftragte förderte die Tagung sowie die Herausgabe der Dokumentation.


Dokumentation „Verschwiegene Geschichte – Die Werwolftragödie in Malchow“

In bemerkenswerter Weise haben sich Malchower Gymnasiasten mit diesem Teil deutscher Nachkriegsgeschichte intensiv auseinandergesetzt. Ergebnis dieses Projektes war eine Wanderausstellung sowie eine Broschüre mit einem Vorwort von Marianne Birthler und einem Nachwort von Landesbischof i.R. Heinrich Rathke. Das Interesse an dem Schicksal der zwischen 1945 bis 1947 von der sowjetischen Besatzungsmacht inhaftierten jungen Malchower war sehr groß. 2011 förderte die Landesbeauftragte den Druck der inzwischen zweiten Auflage der Veröffentlichung.


„Grenzen überwinden“
Demokratiebildung in der Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte

Wie kann die Beschäftigung mit der DDR-Vergangenheit Demokratielernen befördern und die Souveränität von jungen Leuten im Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen stärken? Mit diesem Projekt wurde der Blick auf das Trennende in der Geschichte mit einer Reflexion der Folgen dieser Vergangenheit und der Überwindung von Grenzen in der Wahrnehmung verbunden. Projektziele für die Jugendlichen sind die Entwicklung eines Geschichtsbewusstseins, der sozialen Kompetenz und die Stärkung ihrer autonomen Persönlichkeit durch die Beschäftigung mit Zeitzeugen in Verknüpfung mit einer Schreib- und Filmwerkstatt. Das Ergebnis wird in Form von Film- und Textbeiträgen durch die Jugendlichen präsentiert.


Mauersteine – Jugendmedienprojekt zum 50. Jahrestag des Baus der Mauer entlang der innerdeutschen Grenze

Die Landesbeauftragte unterstützte in diesem Gesamtprojekt das Jugendprojekt „Leben an der Mauer – Zeitzeugengespräche in Mecklenburg-Vorpommern“. Hierbei handelt es sich um ein multimediales Geschichtsprojekt zur Förderung von Demokratie und Toleranz. Ziel des Projektes ist die Beschäftigung der Jugendlichen mit Zeitgeschichte, die Auseinandersetzung mit konkreter Geschichte vor Ort und Gespräche mit Zeitzeugen. Es geht um die Stärkung der Medienkompetenz der teilnehmenden Schüler und die selbständige Erstellung von Unterrichtsmaterial für die Bildungsarbeit, das zum Projektabschluss vor Gleichaltrigen präsentiert wurde. Mit diesem Projekt erfolgt eine intensive Auseinandersetzung der beteiligten Schüler mit der Geschichte der deutschen Teilung.


Gedenkveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Fünfeichen am 10. April 2011

Die Arbeitsgemeinschaft ist der mitgliederstärkste Verein ehemaliger politischer Häftlinge in Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Jahr konnte der Verein auf 20 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Anlässlich der Jahresversammlung des Vereins im April 2011 wurde auch der Vereinsgründung vor 20 Jahren in einer Festveranstaltung gedacht. Die Landesbeauftragte unterstützte die Festveranstaltung der AG Fünfeichen in Neubrandenburg sowie die Gedenkveranstaltung auf dem Gelände des ehemaligen Speziallagers Nr. 9 Fünfeichen. An den Veranstaltungen in Neubrandenburg und Fünfeichen nahmen über 500 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft und weitere Gäste teil.


„Alleslüge“ – Leben und Überleben in Krieg und Gulag 1939 -1956

Die Landesbeauftragte unterstützt den Verband ehemaliger Rostocker Studenten bei der Veröffentlichung einer weiteren Publikation mit der Biografie von Gerd Manfred Ahrenholz in der Reihe „Dokumentationen gegen das Vergessen“.


Forschungsanträge 2010

Einfluss des Staatssicherheitsdienstes auf den Strafvollzug in Berndshof/Ueckermünde sowie das Haftarbeitslager Nitzow

Seit 1952 existiert die Strafvollzugseinrichtung in Berndshof, ab 1955 befand sich hier der erste Militärstrafvollzug der DDR. Mit diesem Forschungsvorhaben soll die Entwicklung des Militärstrafvollzugs in der DDR untersucht werden, welche administrativen und erziehungspolitischen Überlegungen der zuständigen staatlichen Organe hierbei von Bedeutung gewesen sind. Welche Unterschiede bestanden zwischen Militär- und Zivilpersonen bei der Haftverbüßung und welches Menschenbild bestand insbesondere bei dem Vollzugspersonal. In diesem Projekt erforscht werden sollen auch die Aktivitäten der Staatssicherheit in Berndshof. Im Anschluss soll eine Forschungsarbeit veröffentlicht werden, die neue grundlegende Erkenntnisse über die Entwicklung des Strafvollzugs in Mecklenburg-Vorpommern bietet und gleichzeitig die diesbezüglichen Bezüge und Verknüpfungen zur Staatssicherheit offen legt.


Der Überseehafen Rostock

Zwei Studien entstanden bereits zum Bau des Fährhafens Mukran und zur Überwachung des Fährverkehrs auf der Ostsee durch die Staatssicherheit. (Siehe Publikationen) Nun wird mit einem dritten Forschungsvorhaben die Einflussnahme des Staatssicherheitsdienstes auf die Arbeitsabläufe und die Überwachung der Mitarbeiter des Überseehafen Rostocks untersucht.

Auch diese Recherchen werden in einer Publikation veröffentlicht.


Forschungsanträge 2009

Zwischen Stagnation und Neubeginn. Mecklenburg und Vorpommern 1989/90

Bei diesem Projekt werden exemplarisch Ursprünge, Verlauf, Akteure und Ergebnisse der Friedlichen Revolution in den drei Nordbezirken untersucht. Besonders interessierten in diesem Zusammenhang die Unterlagen der Staatssicherheit zur Ausreisewelle 1988/89 und zu den Aktionen um den 7. Oktober 1989 in den Nordbezirken. Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens wurden in einer Ausstellung präsentiert:
Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens wurden in einer Ausstellung präsentiert:
Aufbruch im Norden. Die Friedliche Revolution in Mecklenburg-Vorpommern 1989/90.


Die Relegierung, Suspendierung und Versetzung von Lehrern und Schülern von der EOS „Geschwister Scholl“ in Bützow im Schuljahr 1966/67

Zeil des Projektes ist die Auseinandersetzung mit einem konkreten Ereignis der regionalen DDR-Geschichte. An diesem konkreten Beispiel können die Jugendlichen die Strukturen und Mechanismen der staatlichen Ideologisierung, Entdemokratisierung und Entrechtlichung in der DDR verstehen lernen. Im Rahmen dieses Jugendprojektes entstand ein Dokumentarfilm.

Heimerziehung in der DDR

DDR-Heimerziehung
Anlauf- und Beratungsstelle
„Heimerziehung in der DDR“

Demokratiebus

demokratiebus
Demokratie auf Achse - Auf Tour durch Mecklenburg-Vorpommern