Presse

Landesbeauftragte Anne Drescher informiert in ihrer Geschäftsstelle in Schwerin den Hamburger Erzbischof Stefan Heße über die von ihrer Behörde herausgegebene Fachliteratur. Foto: Bley/LStU


// 14. Oktober 2016 // 14:00 Uhr

Erzbischof würdigt DDR-Verfolgungsschicksale

Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen informiert Erzbischof Heße über die Beratungsarbeit in ihrer Einrichtung

PRESSEMITTEILUNG
Schwerin, 14. Oktober 2016

Erzbischof würdigt DDR-Verfolgungsschicksale
Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen informiert Erzbischof Heße über die Beratungsarbeit in ihrer Einrichtung

Menschen, die in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR politisch verfolgt wurden, die Leid und Unrecht erlebt haben und oft heute noch unter den Folgen leiden, finden in der Behörde der Landesbeauftragten für MV für die Stasi-Unterlagen Fürsprache, Beratung und Begleitung. Über die Beratungsarbeit und die weiteren Aufgaben der Landesbeauftragten informierte sich Erzbischof Stefan Heße am Freitag, 14. Oktober 2016 bei einem Besuch der Geschäftsstelle der Landesbeauftragten in Schwerin.

Die Landesbeauftragte Anne Drescher stellte anhand von Einzelschicksalen verschiedene Betroffenengruppen vor und berichtete über die Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen für Ehe, Familien und Lebensberatung des Erzbistums Hamburg im Land Mecklenburg-Vorpommern. Viele ehemalige DDR-Bürger in den westlichen Teilen des Erzbistums hätten einen Bedarf an Beratung und Seelsorge aufgrund ihrer Verfolgungsschicksals, stellte Anne Drescher fest und regte an, sich mit Weiterbildungsangeboten zum Thema DDR-Diktaturfolgen in die Beratungsarbeit des Erzbistums einzubringen.

„Meine Mitarbeiter und ich sind Erzbischof Stefan Heße überaus dankbar und verstehen seinen Besuch als Würdigung des schweren Schicksals der vielen Menschen, die unter der Diktatur gelitten und auch derer, die sich gegen das Regime aufgelehnt haben“, sagte die Landesbeauftragte Anne Drescher. „Wir empfinden eine Wertschätzung unserer Arbeit im Sinne der Betroffenen und sehen hierin eine gemeinsame Aufgabe. Um eine gerechte Zukunft zu gestalten, ist die Kenntnis vergangenen Unrechts unerlässlich.“

„Ich bin heute das erste Mal in so unmittelbarer Weise mit dem politisch motivierten Unrecht der SED-Diktatur konfrontiert worden“, sagte Erzbischof Stefan Heße. „Was ich bisher aus Nachrichten und Dokumentationen darüber erfahren hatte, wurde heute anschaulich durch dokumentierte Erfahrungen von Opfern und Tätern. Die Arbeit der Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR ist auch über 25 Jahre nach dem Niedergang der kommunistischen Diktatur wichtig und richtig“, betonte Erzbischof Stefan Heße. „Dankbar bin ich für die Zusammenarbeit bei gemeinsamen Veranstaltungen, die die Erinnerung an geschehenes Unrecht wachhalten. Die Behörde unterstützt uns darüber hinaus auch bei Rehabilitierungsanträgen von Priestern, die in der damaligen sowjetischen Besatzungszone durch den KGB verhaftet wurden.“

Presse-Kontakt:
Anne Drescher, Landesbeauftragte
Bleicherufer 7 | 19053 Schwerin
Tel.: 0385 – 734006
Fax: 0385 – 734007
E-Mail: post{at}lstu.mv-regierung.de
Internet: www.landesbeauftragter.de

Die Pressemitteilung als Download finden Sie hier.

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