Presse


// 20. Oktober 2014 // 14:00 Uhr

Erklärung zum Umgang mit ehemaligen Mitarbeitern des MfS

Pressemitteilung des Bildungsministeriums MV zur gemeinsamen Erklärung von Minister Brodkorb und der Landesbeauftragten Drescher

Dr. Jürgen Rogge gibt persönliche Erklärung zu seiner früheren Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit ab
Minister Brodkorb: Rogge kann Mitglied im Niederdeutsch-Beirat bleiben

Nr. 139-14-20.10.2014-BM-Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Der Vorsitzende des Bundes Niederdeutscher Autoren für Mecklenburg-Vorpommern und Uckermark, Dr. Jürgen Rogge, hat sich öffentlich zu seiner früheren Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit der DDR erklärt. Am 10. Oktober 2014 trafen sich Dr. Jürgen Rogge, die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Anne Drescher, und der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Mathias Brodkorb, zu einem Gespräch. Gegenstand des Gespräches war Rogges frühere Arbeit für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Zusammenhang mit seiner Berufung in den Niederdeutsch-Beirat des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Zuvor hatten sich die Landesbeauftragte und der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf Grundsätze geeinigt, bei deren Einhaltung auch ehemalige offizielle oder inoffizielle Mitarbeiter des MfS Ehrenämter im Geschäftsbereich des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur wahrnehmen können. Voraussetzung hierfür ist gemäß dieser Erklärung die Bereitschaft ehemaliger Mitarbeiter des MfS, sich kritisch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. „Mit der gemeinsamen Erklärung zwischen Bildungsminister und Landesbeauftragter sind aus meiner Sicht Maßstäbe gefunden worden, die zu einem Standard im Umgang mit ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MfS werden sollten“, erklärte hierzu die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Anne Drescher.

„Dr. Jürgen Rogge dokumentiert mit seiner Erklärung, dass er sein Verhalten rückblickend selbst für einen Fehler hält. Zudem hat er sich für sein damaliges Wirken entschuldigt und allen Betroffenen ein Gesprächs-angebot unterbreitet. Herr Rogge hat damit jenen Schritt getan, der erforderlich ist, um weiterhin im Niederdeutsch-Beirat wirken zu können. Es gehört zu einer demokratischen Gesellschaft, dass sie jedem Menschen auch bei schweren Fehlern eine neue Chance gibt. Voraussetzung im Falle der Wahrnehmung herausgehobener Ehrenämter im Geschäftsbereich des Bildungsministeriums ist allerdings die persönliche und auch öffentliche kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie. Diese Bedingungen hat Herr Rogge erfüllt und kann daher weiterhin Mitglied des Niederdeutsch-Beirates bleiben“, so Brodkorb.

 

Die Pressemitteilung finden Sie hier.

Die gemeinsame Erklärung
des Ministers für Bildung, Wissenschaft und Kultur MV Matthias Brodkorb
und der Landesbeauftragten für MV für die Stasi-Unterlagen Anne Drescher
zum Umgang mit ehemaligen hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des MfS im Geschäftsbereich des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur
finden Sie hier.

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