Presse

Die Landesbeauftragte für MV für die Stasi-Unterlagen Anne Drescher bei einer Führung durch die Gulag-Ausstellung. Foto: Bley/LStU


// 24. Oktober 2014 // 16:00 Uhr

5.000 Besucher informierten sich über Gulag

Bilanz zum letzten Tag der Gulag-Ausstellung im Schweriner Marstall

Etwa 5.000 Besucher der Ausstellung „Gulag. Spuren und Zeugnisse. 1929 – 1956“ und des Begleitprogramms informierten sich über das System der Zwangsarbeits- und Straflager in der Sowjetunion. Im Gulag waren auch Tausende Deutsche inhaftiert, von denen viele die schweren, oftmals unmenschlichen Zustände in den Lagern nicht überlebten. Die von der Landesbeauftragten für MV für die Stasi-Unterlagen seit Mitte Juli 2014 im Schweriner Marstall präsentierte Ausstellung war bis zum 24. Oktober 2014 geöffnet.

Etwa 1.000 Besucher erlebten die vielfältigen Formate des Begleitprogramms der Ausstellung Vorträgen, Lesungen, Diskussionen, Filmaufführungen und Konzerten. Dabei ging es um die allgemeine historische Einordnung des Gulag und verschiedener Lagersysteme sowie spezifische Aspekte wie Kinder im Gulag, im Gulag komponierte Musik, die literarische Reflexion des Gulag oder die sowjetischen Lager auf deutschem Boden, beispielsweise das Speziallager in Neubrandenburg-Fünfeichen.

Bewegt zeigten sich viele Gäste von der Darstellung exemplarischer Schicksale von Menschen, die in den Lagern Unfassbares erlitten haben. Zeitzeugen berichteten aus ihren Lebensgeschichten. Betroffene Familien meldeten sich während ihres Ausstellungsbesuchs, erzählten über Angehörige, die im Gulag inhaftiert waren oder andere Formen der Verfolgung erleiden mussten und äußerten sich anerkennend über die Würdigung der Opfer in der Exposition.

Zwei auch überregional beachtete Fachtagungen zu Beginn und zum Ende der Ausstellung befassten sich mit dem Gulag und dem „Jahrhundert der Lager“ sowie der Traumaweitergabe über Generationen. Insbesondere Lehrer nutzten eine Weiterbildung zur didaktischen und pädagogischen Aufbereitung des Themas für die Bereicherung ihres Geschichtsunterrichts.

Etwa 600 Interessierte, Schülergruppen und Lehrer, Multiplikatoren der politischen Bildung, aber auch Mitglieder und Mitarbeiter von Landtagsfraktionen sowie Mitarbeiter der Ministerien wurden in den täglich angebotenen und in zusätzlichen Führungen durch die Gulag-Ausstellung über Repressionsmechanismen in der Diktatur, die Folgen und heutige Bezüge zu diesem dunklen Kapitel der Vergangenheit informiert.

Neben Schwerinern, Besuchern aus MV und anderen Bundesländern fanden auch Gäste aus Skandinavien, den USA, der Ukraine, aus Australien, Malaysia, Singapur, China, Polen, Großbritannien, Estland, Dänemark, den Niederlanden und Kolumbien den Weg in die Ausstellung.

„Die Ausstellung hat das große Interesse der Menschen im Land für die Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsarbeits- und Straflager gezeigt“, sagte die Landesbeauftragte Anne Drescher. „In vielen Familien ist das Thema Gulag aufgrund biografischer Bezüge immer noch sehr präsent.“


Zitate aus dem Gästebuch:

„Welche Worte für dieses Leid, welche Gefäße für diese Tränen.“

„Haben eine sehr beeindruckende Ausstellung mit Führung erlebt. Viele Fragen konnten wir nicht stellen, denn wir waren zu aufgewühlt.“

„Schwer zu ertragende, aber extrem notwendige Auseinandersetzung.“

Die Pressemitteilung finden Sie hier.


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