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Aktuelle Veranstaltung


Foto: LStU MV


20 Jahre Aufbruch 1989.
Tage der Erinnerung im Schweriner Dom, im Arsenal und in der Paulskirche.


Freitag, den 23. Oktober 2009, 16.30-23.00 Uhr, Schweriner Innenstadt.

Veranstalter:
Domgemeinde Schwerin; BStU-Außenstelle Schwerin; St. Pauls Kirchgemeinde Schwerin; Neues Forum Schwerin; Die Landesbeauftragte für M-V für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR; Landeszentrale für politische Bildung M-V

Als die Bürgerrechtler des Neuen Forums am 23. Oktober 1989 die Flugblätter in der Stadt sahen, trauten sie ihren Augen nicht. Am selben Ort und zur selben Zeit wollte der sogenannte Demokratische Block der Stadt Schwerin auf dem Alten Garten eine Kundgebung abhalten. Hinter der Provokation steckte die SED-Bezirksleitung unter Heinz Ziegner. Eingeweiht war auch Stasi-Chef Erich Mielke.
Hunderte Claqueure aus dem gesamten Bezirk Schwerin wurden herangekarrt, bewaffnete Truppen in Alarmbereitschaft versetzt. In einem verzweifelten wie unverantwortlichen Akt versuchte die SED die Bürgerbewegung und ihre Aktion zu okkupieren, eine in der DDR bis dahin beispiellose Aktion, deren friedlicher Ausgang nicht vorhersehbar war.
Zeitzeugen erinnern sich an eine aggressive Stimmung. In den Friedensgebeten in den Kirchen wurde am Nachmittag zur Besonnenheit gemahnt. Als die Demonstrationsgruppen auf dem Alten Garten aufeinander trafen, nahmen die Bürgerrechtler die kurz zuvor vom neuen SED-Chef in der DDR, Egon Krenz, vorgetragene Phrase von der Wende auf.
Als sie kein Rederecht auf Ziegners provisorischer Bühne erhielten, vollzogen sie ihre Wende – auf dem Absatz machten sie kehrt und formierten sich zu einem friedlichen Protestzug durch die Stadt, zum Arsenal und um den Pfaffenteich herum. Vor dem Sitz der SED-Bezirksleitung kam es am Abend zu wütenden Protesten aufgebrachter Bürger, die friedlich blieben. Im Dom gab es ein »offenes Mikrophon«, an dem Bürgerrechtler, aber auch Mitarbeiter der Partei und Sicherheitsorgane von ihrer Angst in den Stunden zuvor berichteten. Alle waren froh, dass das Hasardspiel der SED-Machthaber nicht aufgegangen war und in Schwerin der Aufbruch friedlich geschafft war.
Mit einem Friedensgebet im Dom, einem Gedenkzug durch die Stadt zum Arsenal und mit einem Abend in der Paulskirche, in der sich das Neue Forum am 2. Oktober 1989 konstituiert hat, soll an die Ereignisse von vor 20 Jahren erinnert werden.

Programm
16:30 Uhr Friedensgebet im Dom
Orgelspiel: Prof. Jan Ernst
Schweriner Schüler lesen aus dem MfS-Lagefilm der Demo vom 23.10.1989

18:00 Uhr Zeitzeugeninterview vor dem Arsenal
Heiko Lietz stellt sich den Fragen Schweriner Schülern
Gesang: Bärbel Röhl

19:30 Uhr Paulskirche »...aber wir hatten einen Traum. Der Weg des Neuen Forums Schwerin von 1989 bis 1994«
Buchvorstellung,
Laudatio: Joachim Gauck, Pastor und ehemaliger Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen
Musik: Gruppe Canguru, Gesang: Bärbel Röhl, Imbiss auf der Plattform vor der Paulskirche

22:00 Uhr Speicher, Schelfstraße »(W)Ende gut – alles gut??!«
Party und Konzert mit »Strafsache Dr. Schlüter«

Der Eintritt ist frei.

Den Flyer zur Veranstaltung können Sie hier einsehen ( 298 KB).

Beginn der Veranstaltung:

Sonnabend, den 12. September 2009, 9 Uhr

Veranstaltungsort:

BStU-Außenstelle Schwerin
19065 Görslow
Veranstalter:
Domgemeinde Schwerin
Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen
Deutschen Demokratischen Republik - Außenstelle Schwerin
St. Pauls Kirchgemeinde Schwerin
Neues Forum Schwerin
Die Landesbeauftragte für M-V für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Landeszentrale für politische Bildung M-V


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